B-System · Serie

Onboxx Universal: aufgesetzt statt eingelassen

Die Ausnahme: nichts wird geöffnet

Im Bereich der Lautsprecher-Einbaugehäuse ist diese Reihe der Gegenentwurf zu allen anderen. Sie wird nicht eingelassen, sondern aufgesetzt: Der Korpus hängt an der Wand oder unter der Decke, und die Fläche bleibt geschlossen. Damit löst sie die Fälle, in denen ein Einbau ausscheidet. Eine Mietwohnung, in der nichts aufgeschnitten werden darf. Eine Massivwand, bei der eine nachträgliche Aussparung unverhältnismäßig wäre. Ein Bestandsgebäude unter Denkmalschutz. Oder ein Raum, in dem die Entscheidung zu spät kam und die Decke längst verputzt und gestrichen ist. Fünf Baugrößen deckt die Reihe ab, mit Innenvolumen von 2,50, 4,50, 8,20, 14,20 und 20,40 Litern. Der Korpus besteht aus weißem oder schwarzem MDF, ist an den Kanten abgerundet und innen mit Akustik-Noppenschaumstoff bedämpft. Vorgesehen ist die Reihe für Beton, Mauerwerk und Trockenbau, also für jede Bauart. Akustisch bleibt der Nutzen derselbe wie bei einem eingelassenen Bauteil: Der Lautsprecher arbeitet gegen ein festes, bedämpftes Volumen und nicht gegen einen zufälligen Hohlraum. Für den Endkunden heißt das planbarer Klang ohne Bauarbeiten und ohne Spachtel- und Malerleistung. Planer und Fachhandel bekommen eine Position für Bestandsprojekte, die bisher an der Bauteilöffnung gescheitert sind. Architekten betrifft dagegen etwas Neues: ein sichtbarer Körper auf der Fläche.

Fünf Größen, zwei Formate

Die Baugrößen folgen zwei Grundflächen. Drei Ausführungen messen 290 mal 290 Millimeter und unterscheiden sich in der Höhe: 78, 118 und 168 Millimeter, bei 2,50, 4,50 und 8,20 Litern Innenvolumen. Zwei weitere haben 390 mal 390 Millimeter Grundfläche bei 168 und 218 Millimetern Höhe, mit 14,20 und 20,40 Liter Inhalt. Die zulässige Lautsprecher-Einbautiefe beträgt 50 Millimeter bei der flachsten Ausführung, dann 90, dann 140 Millimeter bei den beiden mittleren und 190 Millimeter bei der größten. Für den Ausschnitt gilt je Grundfläche eine eigene Grenze. Bei 290 mal 290 Millimetern sind runde Öffnungen bis 240 Millimeter oder Quadrate bis 190 mal 190 Millimeter möglich. Bei 390 mal 390 Millimetern erlaubt der Hersteller 330 Millimeter rund oder 280 mal 280 Millimeter viereckig. Die Gewichte reichen von 2,20 über 2,50, 3,20 und 4,40 bis 5,60 Kilogramm. Gewählt wird in dieser Reihenfolge: zuerst das empfohlene Volumen des Lautsprechers, dann seine Bautiefe, erst danach die Öffnung. Wer umgekehrt vorgeht, landet schnell bei einer Ausführung, in die der Lautsprecher mechanisch passt, akustisch aber zu wenig Luft hat. Die beiden mittleren Ausführungen sind dabei der häufigste Fall, weil sie 140 Millimeter Bautiefe erlauben und sich nur im Volumen unterscheiden.

Montage und Oberfläche

Die Befestigung ist der praktische Kern dieser Reihe. Eine Montageplatte kommt ab Werk, verschraubt wird mit zwei Schrauben, und Schraubenset samt Dübeln liegt bei. Rückseitig sitzt eine Entkopplungsmatte mit Kabelführung; sie trennt den Korpus vom Bauteil und nimmt gleichzeitig die Zuleitung auf. Die Kabeleinführung liegt ebenfalls auf der Rückseite und ist mit einem Gummipfropfen für Querschnitte bis 21 Millimeter verschlossen. Damit lässt sich zuführen, was an der Stelle vorhanden ist: eine Leitung aus der Wand, ein Kabelkanal oder der Weg über eine nahe Dose. Weil der Korpus sichtbar bleibt, ist die Oberfläche hier ein eigenes Thema. Das MDF ist weiß oder schwarz ausgeführt, und die Kanten sind abgerundet. Als Zubehör gibt es einen magnetischen Textilrahmen in zwei Farben, jeweils in einem Format für die 290er- und einem für die 390er-Ausführungen. Dazu gehört eine Schutz- und Sichtfolie, die den Kontrast dahinter verringert, sodass der Lautsprecher nicht durch das Gewebe scheint. Der Rahmen wird magnetisch gehalten und lässt sich abnehmen, womit der Zugang zum Lautsprecher jederzeit offen ist. Eine Revisionsöffnung braucht diese Reihe deshalb nicht, und das ist bei einer Deckenmontage der angenehme Nebeneffekt.

Grenzen und Bezug über mediacraft

Zwei Einschränkungen gehören vor die Entscheidung. Erstens die Sichtbarkeit: Der Korpus baut 78 bis 218 Millimeter auf und ist damit ein Gegenstand im Raum, kein verschwundenes Bauteil. Wer eine glatte, ungestörte Fläche erwartet, braucht ein eingelassenes Gehäuse und keine Aufbaulösung; davon führt der Hersteller mehrere Reihen. Zweitens die Zuleitung. Sie kommt von der Rückseite, und wenn an der vorgesehenen Stelle keine liegt, bleibt ein sichtbarer Kanal. Das gehört in die Planung und nicht in die Montage. Positiv dagegen: Der Untergrund schränkt nichts ein, Beton, Mauerwerk und Trockenbau sind gleichermaßen vorgesehen, und zwei Schrauben genügen. Für Deutschland und Österreich liefert die mediacraft AG; sie unterstützt Fachhandel, Installateure, Architekten und Planer bei der Wahl der Baugröße, bei der Frage nach dem Textilrahmen und bei der Leitungsführung. Halten Sie am Ende fest, welche Ausführung an welcher Position hängt und welches Modell darin sitzt. Hinter einem geschlossenen Gewebe ist beides nicht zu erkennen, und bei einer Erweiterung ist diese Notiz die erste Frage.