IPK-1
Unterputz-Bedientastenfeld mit Netzwerkanbindung im Decora-Format
In einer Mehrraum-Anlage braucht jeder Raum eine Stelle, an der sich Musik auswählen und lauter stellen lässt. Diese Reihe führt dafür zwei Ausführungen, und sie unterscheiden sich nicht in der Qualität, sondern in der Art der Bedienung. Das Tastenfeld IPK-1 ist ein Unterputz-Bedienfeld im Decora-Format mit festen Tasten für Favoriten, Titel vor und zurück, Wiedergabe und Pause, Lautstärke sowie Ein und Aus. Der Touchscreen XTS7 ist ein Wandeinbaugerät mit einem 7-Zoll-Display, das Titel, Interpret, Album und Cover anzeigt. Geführt werden beide im Bereich Universalfernbedienung und Steuerung, weil sie genau das sind: die Bedienstelle einer Anlage und nicht die Anlage selbst. Die Wahl zwischen beiden ist eine Frage des Raums. In einer Küche, in einem Bad oder in einem Flur wird im Vorbeigehen gedrückt, oft mit nassen oder vollen Händen, und dort gewinnt das Tastenfeld. In einem Wohnraum oder in einem Arbeitszimmer wird gesucht, ausgewählt und gelesen, und dort gewinnt der Bildschirm. Viele Anlagen führen beides: Tastenfelder in den Durchgangsräumen und einen Bildschirm dort, wo man sich länger aufhält. Gemeinsam ist beiden die Versorgung über die Netzwerkleitung. Eine Steckdose wird an der Bedienstelle also nicht gebraucht.
Das Tastenfeld arbeitet mit bis zu vier Raumfavoriten. Jede Favoritentaste ruft eine hinterlegte Quelle auf, und das ist im Alltag der Unterschied zwischen einer Anlage, die benutzt wird, und einer, die man erst erklären muss. Wer morgens in die Küche kommt, drückt eine Taste. Die Zuordnung der Favoriten geschieht nach Herstellerangabe über Russound WebConfig, also in der Konfiguration der Anlage und nicht am Tastenfeld selbst. Dazu kommt eine Rückmeldung in beide Richtungen: Leuchtdioden zeigen Status und Pegel an, und sie schalten bei Nichtgebrauch ab. Die zweite Eigenschaft ist in einem Schlafzimmer wichtiger als die erste. Die Bauform folgt dem Decora-Format mit 1,75 mal 4,19 mal 1,31 Zoll bei einer Einbautiefe von 1-1/32 Zoll hinter der Frontblende. Erhältlich ist das Tastenfeld in Weiß und in Schwarz, Decora-Einsätze in beiden Farben liegen bei. Der Abdeckrahmen gehört nach Herstellerangabe nicht zum Lieferumfang und wird getrennt bestellt; bei einer Anlage mit mehreren Bedienstellen ist das eine Position, die leicht vergessen wird. Eine eigene Spannungsversorgung braucht das Tastenfeld nicht, eine Netzwerkleitung dagegen zwingend. Vier Belegungen je Raum reichen in der Praxis fast immer aus.
Der Touchscreen misst 17,55 mal 11,51 mal 1,65 Zentimeter, wiegt 0,55 Kilogramm und zeigt auf einem 7-Zoll-Display mit 800 mal 1280 Pixeln und 16,7 Millionen Farben, was gerade läuft: Titel, Interpret, Album und Cover. Darin liegt der eigentliche Unterschied zum Tastenfeld, denn eine Anlage mit vielen Quellen lässt sich über eine Liste schneller bedienen als über vier Tasten. Technisch ist es ein Android-Gerät mit einem Vierkern-Prozessor Cortex A53 in 64 Bit, 16 Gigabyte Speicher, davon 11,4 nutzbar, und einem Steckplatz für microSD-Karten bis 256 Gigabyte. Die Russound App ist vorinstalliert, weitere Anwendungen lassen sich nach Herstellerangabe nachinstallieren. Das ist eine Möglichkeit und keine Empfehlung: Was in der Wand sitzt und Anwendungen ausführt, will auch gepflegt werden. Für die Montage nennt der Hersteller eine 1- oder 2-Gang-Dose im US-Standard oder eine 60-Millimeter-Eurodose, jeweils im Hoch- oder Querformat. Die Eurodose ist der praktische Hinweis für Anlagen in Deutschland, weil sie hier vorhanden ist; das Tastenfeld dieser Reihe hat diese Wahl nicht. Wer nur Favoriten abrufen möchte, braucht diesen Aufwand nicht.
Drei Angaben entscheiden darüber, ob eine Bedienstelle dieser Reihe überhaupt möglich ist. Erstens das Netzwerk. Beide Ausführungen arbeiten mit PoE nach 802.3af, beziehen ihren Strom also über die Netzwerkleitung. Beim Tastenfeld ist eine kabelgebundene Verbindung nach Herstellerangabe erforderlich; eine Funkanbindung gibt es dort nicht. Der Touchscreen kann alternativ über WLAN nach 802.11 b/g/n arbeiten, allerdings nur im Band bei 2,4 Gigahertz, und auch dann braucht er Strom. Zweitens die Versorgung. Ein Netzteil gehört nach Herstellerangabe nicht zum Lieferumfang. Der Strom kommt also aus einem PoE-fähigen Netzwerkverteiler oder aus einem Einspeiser, beim Touchscreen alternativ aus 12 Volt Gleichspannung mit 1 Ampere. Drittens die Dose. Für jede Bedienstelle gehört eine Dose mit Netzwerkanschluss in die Wand, und zwar bevor die Wand geschlossen wird. Nachträglich ist eine Bedienstelle die teuerste Stelle einer Anlage. Sehen Sie deshalb lieber eine Dose mehr vor als eine zu wenig, denn eine leere Dose mit Netzwerkleitung ist im Rohbau eine kleine Position. Geliefert wird diese Reihe für Deutschland und Österreich über die mediacraft AG. Eine Bedienstelle mehr im Rohbau ist eine Leitung und kein Umbau.